Fasnet 2021 & Corona

Fasnet 2021 & Corona

Wie die Fasnet 2021 während der Corona-Pandemie stattfinden kann, ist unsicher. In diesem Beitrag versuche ich die aktuelle Lage zu erfassen und euch auf dem Laufenden zu halten. Fest steht: Die schwäbische-alemannische Fasnet 2021 wird stattfinden. Das Wie steht allerdings noch in den Sternen.

Verbote zur Fasnet 2021

Stand: 28. November 2020

Aktuell gibt es noch keine offiziellen Einschränkungen und Verbote hinsichtlich der Fasnet 2021. 

Allerdings gelten seit November 2020 neue Corona-Regeln in Baden-Württemberg, die – sofern sie so bestehen bleiben – auch Auswirkungen auf die Fasnet 2021 hätten. Die aktuelle Corona-VO gilt bis Anfang Januar 2021 mit der Ausnahme der Weihnachtsfeiertage.

Verbote seit November

Mit der aktuellen Corona-VO des Landes Baden-Württemberg von November 2020 gelten folgende Einschränkungen:

  • Keine Veranstaltungen
  • Keine Ansammlungen
  • Private Zusammentreffen bis max. 5 Personen aus max. 2 Hausstände
  • Maskenpflicht auch im Freien, wenn Abstände nicht durchgehend eingehalten werden können.

Meinung zu den Verboten zur Fasnet 2021

Der Zeitpunkt für Entscheidungen ist zu früh. Das haben offensichtlich auch die Behörden und Regierungen erkannt. Aktionismus führt zu nichts. Daher bisher alles richtig gemacht.

Mit den Einschränkungen seit November gibt es jedoch größere Auswirkungen auf die Fasnet 2021. Gemäß Definition einer Veranstaltung sind Fasnetsumzüge bereits betroffen. Auch die „Fasnet zuhause“ mit Hausbällen und Co. könnten mit dieser Regelung nur in einem sehr kleinen Kreis stattfinden. Allerdings sehe ich das Maschgera – wenn man die Gefahr des „von Haus zu Haus“-Gehen mal außen vor lässt – per Gesetz bzw. Corona-VO in Kleingruppen als erlaubt an.

Es gilt auf jeden Fall vor der Fasnet durch die Politik zu klären, ob ein Umzug an der frischen Luft mit Abständen und/oder zusätzlicher Maskenpflicht (ja ja, Narren tragen ja eine Maske, allerdings oft mit Atemlöchern, daher gilt das vermutlich nicht) genauso bewertet werden muss, wie eine in der Corona-VO definierte Veranstaltung. Ich sehe hier schon noch einen Unterschied.

Ich hoffe sehr, dass die Entscheidungen möglichst „weit unten“ getroffen werden. Es bringt nichts, wenn für Corona-Hotspots dieselben Regeln gelten wie bspw. für den ländlichen Raum, wo die absoluten und relativen Infektionszahlen deutlich geringer sind. Daher wünsche ich mir sehr, dass weder die Bundes- noch die Landesregierung hier einheitliche Regeln vorschreiben. Alle Entscheidungen müssen individuell und angepasst an die Vor-Ort-Situation (Infektionszahlen, Art und Weise der Fasnet) getroffen werden.

Ich halte euch auf dem Laufenden!

Möglichkeiten für die Fasnet 2021

Stand: 28. Novmeber 2020

Aktuell wird vieles nicht wie gewohnt gehen. 

Gemessen an dem aktuellen Infektionsgeschehen, ist es vorstellbar, dass es zu größeren Einschränkungen kommen könnte. Solange es jedoch keine Ausgangsbeschränkungen gibt, sind folgende Arten der Fasnet in eingeschränktem Maße möglich:

  • Maschgera in Kleinstgruppen
  • Musizieren im Freien mit Abstand

Bitte beachtet, auch dieser Artikel ist meine persönliche Einschätzung. Bitte seid vernünftig und analysiert die Regeln und Verordnungen, die für euren Ort gelten und passt Formulierungen unbedingt individuell an.

Facebook-Post zur Fasnet 2021 & Corona

Am 18. August 2020 habe ich einen öffentlichen Facebook-Post verfasst und veröffentlicht. Anlass dazu gaben wir Absagen von Fasnetsveranstaltungen durch Narrenzünfte, die m. E. verfrüht stattgefunden haben. Den Post habe ich geschrieben, da sich die Anfragen von Schömberger Narren gehäuft haben. Da ich niemandem nur kurze Antworten schreiben wollte, nahm das Antworten relativ viel Zeit ein Anspruch. Dieser Austausch ist mir als Vorstandsmitglied und Narrenrat der Narrenzunft Schömberg e.V. sehr wichtig. Trotzdem wollte ich mal einen allgemeinen Beitrag dazu verfassen, um auch darauf verweisen zu können.

Aber lest selbst:

Facebook-Post vom 18. August 2020

FASNET 2021 & CORONA 🎭

In den letzten Tagen und Wochen wurde ich von vielen Leuten gefragt, was denn mit der Fasnet im nächsten Jahr sei. Viele verfolgten die Absagen diverser Narrentreffen und anderer Fasnetsveranstaltungen wie zuletzt am Bodensee. Als Säckelmeister der Narrenzunft Schömberg e.V. muss ich mich mit diesem Thema natürlich auseinandersetzen. Daher habe ich folgende persönliche (!) Meinung:

Die Fasnet 2021 findet statt. Ohne wenn und aber. Fasnet ist, wie auch einige Verantwortliche schon gesagt haben, ein Zeitraum im Jahr, den man nicht einfach absagen kann. Vergleichbar mit dem Advent, Weihnachten, Ostern und weiteren jährlichen Terminen. Auf der anderen Seite steht die Corona-Pandemie, die selbstverständlich Maßnahmen erfordert.

Dass Zünfte aufgrund finanzieller Risiken Narrentreffen und Veranstaltungen bereits jetzt absagen, kann ich als Kassier und sparsamer Schwabe (😉) nachvollziehen. Ob derartige finanzielle Ausgaben für riesige Festzelte zum Feiern einer echten Fasnet notwendig sind, ist ein anderes Thema. Häufig ist es jedoch alternativlos (mangels Gastronomie etc.). Allerdings ist es ja nicht nur das: Lieferanten, Hotels, Personal und und und. Hier irgendwann zu sagen, das ist uns zu riskant, ist verständlich.

Dass Zünfte allerdings denken, bereits jetzt die gesamte Fasnet absagen zu können, ist Quatsch. Niemand weiß, was bis Februar alles passiert oder eben nicht passiert. Dürfen Umzüge stattfinden? Wenn ja, unter welchen Bedingungen? Dürfen Musikkapellen spielen? Wenn ja, unter welchen Bedingungen? Dürfen Festhallen, Gaststätten, Kneipen und Co. öffnen? Wenn ja, unter welchen Bedingungen? Nichts davon ist geklärt oder gesetzlich geregelt. Warum also jetzt entscheiden?

Zugegeben, wir als Narrenzunft Schömberg haben das Glück, dass wir in der Regel keine Veranstaltung haben, die größere Organisation erfordert und unsere Fasnet jedes Jahr traditionell gleich stattfindet. Selbst ein Zunftball könnte man problemlos planen und falls notwendig kurzfristig absagen. Die Tage oder wenigen Wochen vor der Fasnet erlauben es, final zu entscheiden, was wir tun hinsichtlich Umzüge und Bewirtung der Halle nach zwei Umzügen. Und da kann man sich nur nach den bis dahin geltenden Regeln und Gesetzen des Bundes, des Landes, des Landkreises oder auch der Ortspolizeibehörde richten. Niemand anderes kann hier etwas verbieten oder erlauben, auch kein Verband.

Kein offizieller Umzug, keine Halle: Das wäre das Maximum, was auferlegt werden könnte. Dank unseres Traditionsverständnisses und unserer Art der Fasnet, sind diese beiden Sachen aber nicht alles.

Fasnet findet überall statt. Nicht nur in einer Halle, einem Zelt oder während Busfahrten. Fasnet findet in Wirtshäusern, auf der Straße, in Privathäusern, in Gärten und überall sonst statt. Fasnet ist maschgera, aufsagen, welschen und nicht nur saufen, Bumm-Bumm-Musik und von Fest zu Fest und von Ort zu Ort zu rennen bzw. zu fahren.

Hier sind sesshafte Zünfte, die ein eigenes Brauchtum im Ort haben plötzlich im Vorteil. Wenn nämlich die Busfahrt zwischen zwei Veranstaltungen das ist, was bei einer „ausfallenden“ Fasnet, am meisten vermisst werden würde (Zitat einer Zunftmeisterin im SWR-Interview), dann kann ich auch verstehen, warum Außenstehende nicht nachvollziehen können, weshalb die Fasnet für uns, die die Fasnet als traditionelles Kulturgut sehen, so wichtig ist und nicht einfach abgesagt werden kann, wie ein Musikfestival oder ein Bundesligaspiel (zu beidem gehe ich selbst gerne!).

Ich persönlich freue mich auf die Fasnet 2021. Egal wie sie wird, sie wird freudig und schön. Und wenn sie anders wird, wie „gewöhnlich“, dann vielleicht, weil man sich mal wieder auf das Wesentliche konzentriert. Weil man Fasnet feiert, wie man sie immer gefeiert hat und nicht nur als rein kommerzielles Saufevent ohne Hintergrund. Weil man in seinem Heimatort bleibt, weil man dort das Brauchtum im Rahmen der Möglichkeiten zum Schutze aller Mitmenschen begeht und feiert.

„Jedem zur Freud, keinem zum Leid“ muss bei jeder Fasnet gelten, umso mehr, während Corona. Aber vielleicht gibt die Ortsfasnet mit Vernunft auch Menschen Ablenkung und Hoffnung in einer schweren Krise, bei der wir Gott sei Dank bisher – im Vergleich zu anderen Ländern – als Gesamtheit relativ glimpflich davon gekommen sind.

Daher ist die Fasnet indiskutabel. Für die, die sie jedes Jahr mit kreativem und wertvollem Inhalt füllen, wird sie auch 2021 Substanz haben. Für die, die sie immer nur auf das Oberflächliche reduzieren, wird sie im schlimmsten Fall entfallen.

Für diese persönliche Meinung werde ich mich in unserem Narrenrat einsetzen und blicke mit voller Zuversicht auf die Fasnet 2021.

Allen Narrenzünften und Fasnachtern wünsche ich alles Gute, dass ihr eure Fasnet in welcher Form auch immer feiern könnt und auch, dass ihr finanziell nicht zu sehr gebeutelt werdet.

Bleibt gesund und bis bald! 🍻

Original-Post: siehe facebook.com

Resultat

Stand: 28. November 2020

  • 1.003 Reaktionen (davon keine wütende)
  • 809 geteilte Beiträge
  • 198 Kommentare

Zudem gab es mehrere Interviewanfragen, einen Zeitungsartikel, diverse Freundschaftsanfragen bei Facebook, Instagram, LinkedIn und Xing sowie zahlreiches Feedback über diverse Messengerdienste, per E-Mail und natürlich auch persönlich.

Einen größeren Artikel dazu gibt es beim Schwarzwälder Boten (https://www.schwarzwaelder-bote.de/inhalt.schoemberg-wir-koennen-kurzfristig-absagen.d99239c8-9c9a-48e4-8d73-42e16418f43f.html).

Ziel des Posts war, wie schon erwähnt, den vielen besorgten Schömbergern einen ausführlichen Blick auf die Dinge zu bieten. Dass der Beitrag solche Wellen geschlagen hat und sich derartig in ganz Baden-Württemberg und darüber hinaus verbreitete, war weder beabsichtigt noch habe ich damit gerechnet.

Ich bin sehr glücklich darüber, dass so viele Menschen meine Sicht teilen und war unfassbar dankbar für jede Rückmeldung. Interessanterweise gab es außer ein paar wenige Kommentare von offensichtlichen Nicht-Fasnachtern keine negative Kritik. Das hat mich dann doch überrascht, immerhin war meine Sicht sehr subjektiv und größtenteils auf Schömberg bezogen.

S goht dagega!

Jörg Niethammer

Seit 2003 aktiv am Websites bauen und pflegen, Abi, Bundeswehr, Studium und dann vollends ins Online Marketing. Vor allem SEO, Technical SEO und WordPress haben es mir angetan. Neben der Arbeit bin ich privat sehr gerne mit dem Fahrrad unterwegs und engagiere mich an der Fasnet.

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